Denis Radovan: „Ich fühle mich in England sehr wohl“

  • 10th December 2019

Mittelgewichtshoffnung Denis Radovan (13-0-1, 6 K.o.) hat für 2020 große Pläne. Um die zu verwirklichen befindet sich der 27-Jährige aktuell wieder im englischen Sheffield, wo er im Steel City Boxing Gym mit seinem Coach Grant Smith trainiert. „Das Training ist sehr hart“, erzählt Radovan. „Wir machen sehr viel spezielles und technisches Boxtraining.“ Besonders Handschuharbeit stehe dabei im Vordergrund, aber auch Konditions- und Krafttraining kommen nicht zu kurz. „Dafür haben wir extra einen Coach aus Leeds, der zwei Mal pro Woche nach Sheffield kommt, um mit uns zu arbeiten“, berichtet Radovan.

Täglich absolviert er in der Faustschmiede von Smith, der unter anderem auch den ehemaligen WBC-Weltmeister im Fliegengewicht, Charlie Edwards, betreut, zwei bis drei Einheiten. „Da ist man wirklich den ganzen Tag beschäftigt“, sagt Radovan schmunzelnd. Mit Smith arbeitete der O1NE.Sport-Athlet erstmals für seinen Kampf am 26. Oktober in der Londoner O2 Arena zusammen – und ist sehr zufrieden mit seinem neuen Trainer. „Wir haben einen gemeinsamen Rhythmus gefunden und passen sehr gut zueinander. Grant versteht mich als Sportler und ich verstehe ihn als Trainer.“

Freizeit hat Radovan in Sheffield hingegen so gut wie gar nicht. „Ich stehe morgens um 6.15 Uhr auf, mache mich fertig und fahre zum Gym“, erzählt der IBF-Europameister im Mittelgewicht. „Nach der ersten Einheit erhole ich mich etwas im Gym, ehe eine Stunde später direkt die zweite Einheit folgt. Dann fahre ich kurz in meine Wohnung, esse und regeneriere etwas, bevor es für die dritte Einheit am Tag wieder zurück ins Gym geht.“ 

Ein Mammutprogramm, doch das nimmt der Mittelgewichtler gerne auf sich. „Ich fühle mich in England sehr wohl“, sagt Radovan. Ein Grund dafür sind auch die Erfahrungen, die er am 26. Oktober bei seinem England-Debüt in der Londoner O2 Arena machen durfte. Dort boxte Denis im Vorprogramm des Finales der World Boxing Super Series im Halbweltergewicht. Radovan bezwang den Briten Luke Blackledge nach einer sehr starken Vorstellung durch T.K.o. in der vierten Runde.

„Das war eine Mega-Erfahrung. Als ich geboxt habe, war in der Halle zwar noch nicht so viel los, aber es waren bereits alle wichtigen Menschen aus der englischen Box-Szene da“, berichtet er. So boxte der Domstädter vor den Augen von Ex-Stars wir Johnny Nelson, Darren Barker oder George Groves, aber auch Promoter Eddie Hearn. Radovan: „Ich wollte den Fight nutzen, um mich mal in England zu präsentieren und das ist mir auch ganz gut gelungen, denke ich.“

Nach zwei Wochen hartem Training in Sheffield wird der O1NE.Sport-Fighter, der im Dienst von Team Sauerland steht, in dieser Woche wieder nach Hause fliegen, um Weihnachten mit seiner Familie in Köln zu verbringen. „Es ist zwar nichts besonderes geplant, aber ich freue mich bereits auf die Feiertage mit meiner Frau, meinen Schwiegereltern und meinen Eltern.“ Dann will er auch Energie tanken, denn Anfang Januar geht es schon wieder zurück nach England.

Wann Denis wieder für einen Fight in den Ring steigen wird, weiß er aktuell noch nicht. Pläne für 2020 schmiedet er dennoch bereits: „Ich peile einen Kampf um die EBU-Europameisterschaft an. Das sollte realistisch für das nächste Jahr sein“, so Radovan. Und was wünscht er sich in der Vorweihnachtszeit sonst für das neue Jahr? „Endlich mal einen Heimkampf in Köln. Das wäre cool!“